Die Blues bewältigten die wichtige Aufgabe bei Zürisee United nicht ganz ohne Mühe, gewannen aber nach einer zwischenzeitlichen 0:4-Führung letztlich klar und verdient mit 2:4. Damit verbesserten sie ihre Chancen auf den Ligaerhalt erheblich.
Vor dem Auftritt bei ihrem früheren Verein lastete auf Anouk ein besonderer Druck. Nicht dass sie ihre Aufgabe sonst auf die leichte Schulter nimmt: Als talentierte Stürmerin wurmt es sie, wenn ihr in einem Spiel kein Treffer gelingt. Man kann aber nur den Hut ziehen darüber, wie sie mit den hohen Erwartungen umging. Die Uhr war kaum angelaufen, als sie ein erstes Mal gefährlich vor Torhüterin Joëlle Nyffenegger auftauchte (2.). Noch konnte Joëlle den Kasten dicht halten. Aber à propos Hut: In den ersten 20 Minuten des Spiels schaffte Anouk einen klassischen Hattrick. Zuerst erlief sie nach einer sehenswerten Kombination der Blausterne im Aufbau mit Tempo einen langen Ball und konnte sich allein vor Joëlle die Ecke aussuchen (12.). Vier Minuten später konnte sie erneut allein losziehen, musste stark nach links ausweichen und brachte den Ball dennoch um die Torhüterin herum zum 0:2 ins Netz. Eine weitere Kombination führte in der 20. Minute zu einer Flanke von Léa auf Anouk, die erneut skorte. Léa liess sich inspirieren und konnte in der 33. Minute im 1 gegen 1 gegen Joëlle auf 0:4 erhöhen - es war ihr erstes Tor für die Blausterne, und wie sie den Ball in die Torecke schob, verriet ihre Klasse.
Wer jetzt dachte, alles ist gut und da brennt nichts mehr an, hatte sich getäuscht. Die Führung war zwar verdient, konnte aber über gewisse Schwächen der Gäste bei der Ballkontrolle nicht hinweg täuschen, und auch nicht darüber, dass Zürisee durchaus auch Chancen gehabt hatte, etwa durch Joya Tognoni (7.) und Jil Graf (30.). Prompt verteidigten sich die Blues gleich nach dem 0:4 nicht konsequent genug und kassierten das 1:4 durch ... Joya Tognoni (34.).
Die zweite Hälfte kann in gewisser Weise als Spiegel zur ersten betrachtet werden. Die Blue Stars hatten mehr vom Spiel und kontrollierten dieses auch besser, besonders nach den Einwechslungen von Mia E. und Simona P., die nach ihrer langen Reise erstmals wieder mitspielte und dem Team mit zunehmender Spieldauer mehr Stabilität gab und bei einem Kopfball nach einer Ecke kurz vor Schluss auch noch fast getroffen hätte (86.). Die Effizienz liess aber deutlich nach, und weil Zürisee eine ihrer wenigen Möglichkeiten zum 2:4 nutzen konnte (60., natürlich Joya Tognoni), musste man eine Zeitlang gar befürchten, dass das Spiel noch kippen könnte. Die Gastgeberinnen hatten aber bis dahin bereits zu viel Kraft verbraucht, um die Blues noch ernstlich in Schwierigkeiten zu bringen.
Die Tabelle sieht dank des Erfolgs wieder freundlicher aus. Am nächsten Wochenende folgt eine weitere entscheidende Begegnung, zuhause gegen Effretikon. Definitiv gerettet wären die Blausterne zwar auch bei einem Sieg noch nicht, aber es wäre ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt.
Zürisee United - FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 2:4 (1:4)
SR Teczan Balaban
Tore FC Blue Stars Frauen: 12. Anouk 0:1 ; 17. Anouk 0:2; 20. Anouk 0:3; 33. Léa 0:4