Kalte Dusche in Sempach: Nach einem Wintereinbruch verloren die Blausterne durch einen Treffer in der Nachspielzeit 2:1. Die frühe Führung der Gastgeberinnen konnten sie zwar noch in der ersten Halbzeit durch ein herrliches Tor ausgleichen, brachten sich aber durch eine Unaufmerksamkeit beim letzten Eckball um die Früchte ihrer Mühen.
Es war schon das zweite Mal, dass Sempach uns bei "hündeligem" Wetter empfing. Das erste Mal war vorletzten November, und damals gab es nichts zu husten für uns, denn es stand schon zur Pause 3:0 und am Ende 4:2 für das Heimteam. Das Spiel vom Samstag war wesentlich enger. Es begann für die Blues aber - trotz engagierter Anfangsphase - ebenfalls nicht gut, denn wir boten den Sempacherinnen mit technischen Unsauberkeiten drei erstklassige Gelegenheiten, allein auf Sonias Tor zu ziehen. Gleich die erste davon nutzte Tanja Schmid, die entgegen dem Matchblatt nicht als Verteidigerin, sondern als Mittelstürmerin agierte. Die Entstehung war aus Zürcher Sicht äusserst unglücklich. Gleich mehrere Spielerinnen trafen den Ball nicht richtig, legten ihn den Gegnerinnen vor, intervenierten nicht konsequent genug, verhedderten sich bei der Verfolgung der Gegnerin oder stürzten beim Versuch, sie zu stören. Dazu passte, dass Sonia mit dem Fuss am nicht gut platzierten Abschluss von Tanja dran war, den Ball aber nur ins eigene Tor lenken konnte (5.). Den Blues war danach die Verunsicherung anzumerken, und es gelang ihnen auf der schwierigen Unterlage zunächst nicht viel. Immerhin liess Sempach die anderen beiden Gelegenheiten aus (Carla Wey, 10., und 11.; in der 19. Minute kam noch eine weitere solche Szene hinzu). Nach und nach glich sich die Partie aber aus, Anouk hatte in der 13. MInute eine erste Möglichkeit. Nach einem Einwurf lief sie rechts in den Strafraum und drückte ab. Goalie Vanessa Berisha reagierte allerdings ebenfalls gut und konnte den Ball über die Latte lenken. Äusserst sehenswert war dann der Ausgleichstreffer in der 25. Minute: Sonia fand mit ihrem weiten Ball im Mittelfeld Léa, die sich sofort nach vorne orientierte und einen perfekten Pass zur rechts gestarteten Anouk schlug, die den Ball aus vollem Lauf von der Strafraumgrenze unter die Latte hämmerte.
Die zweite Halbzeit war vor allem vom garstigen Wetter und vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Gegen Schluss hatten beide Teams Chancen zum Siegtreffer, die Blues durch Sabi, deren Weitschuss kurz vor Ende der regulären Spielzeit knapp neben das Gehäuse ging (76.). Der Lucky Punch gelang dann aber dem Heimteam nach einem Eckball in der 6. Minute der Nachspielzeit. Wir passten beim zweiten Pfosten nicht auf, und das konnte ausgerechnet die bislang unglücklich agierende Carla Wey aus kurzer Distanz zum 2:1 nutzen. Wenig später pfiff der sehr gute Schiedsrichter Osman Özdemir ab.
Mit Sempachs Staff haben wir schon einmal vereinbart, dass wir das nächste Spiel gegeneinander nur noch bei schönem und warmen Wetter austragen. Mal sehen, ob die Götter es kapieren.
Die Niederlage ist kein Beinbruch; sie musste irgendwann kommen nach der langen Erfolgsserie. Dennoch: Nach der positiven Entwicklung im Herbst versuchen wir zurzeit, uns als Team mit Spielprinzipien und Matchanalysen weiter zu entwickeln. Die Umsetzung braucht Zeit, klar. Sie kann aber auch Verwirrung stiften: Wer sich auf Höheres konzentriert, vergisst manchmal die einfachen Dinge (zum Beispiel: Passt beim Eckball höllisch auf beim zweiten Pfosten). Bis das Team in der Rückrunde Fahrt aufgenommen hat, sollte das Motto daher "KISS" heissen - "Keep it simple, stupid."
FC Sempach - FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 2:1 (1:1)
SR Osman Özdemir