Zu Beginn der Rückrunde konnte das Frauen 1 seine fast schon unheimliche Serie von Spielen ohne Niederlage fortsetzen und den SC Schwyz zuhause mit 1:0 schlagen. Das knappe Resultat verrät aber nicht nur das enge Spiel: Es funktioniert noch lange nicht alles so, wie wir uns das wünschen.
Nach einer recht knorzigen, aber erfolgreichen Partie zu Beginn einer Bundesliga-Saison meinte der damalige Gladbach-Trainer Marco Rose einmal: "Zu Beginn einer Meisterschaft kann noch nicht alles klappen. Da musst du die Punkte einfach irgendwie holen." Das Auftaktspiel zur Rückrunde nach der langen Winterpause fühlte sich ähnlich an. Selbst Sabis Matchwinner-Tor nach wenigen Sekunden unterstrich diesen Punkt: Sie wurde zwar auf halblinker Position sehr schön von Sylwia und Anja lanciert, und der Ball landete auch unhaltbar in der weiten Torecke im Netz - ob das jetzt aber genau so geplant war, kann nur Sabi sagen. Die Gäste versuchten es danach erst recht mit ihrem gefürchteten Pressing. Da aber unser Hauptplatz etwas grösser ist als die Anlage im Tschaibrunnen, waren sie nach etwa 20 Minuten gezwungen, das Tempo etwas zurückzunehmen. Echte weitere Möglichkeiten sah man bis zur Pause kaum. Mara schoss aus der Distanz, aber die starke Torhüterin Lorena Marchese liess sich von Anouk nicht irritieren, die versuchte nachzuhaken. Schwyz war ebenfalls vor allem mit Weitschüssen gefährlich, hatte aber in der 41. Minute eine grosse Ausgleichschance, als Alina Truttmann nach einem Prellball aufs Tor ziehen konnte. Sonia war aber zur Stelle und blieb Siegerin.
Nach dem Pausentee versuchten wir mit gleich vier Wechseln, den erwarteten Druck aufzufangen. Im Sturm kamen Leti und Léa für Sabi und Anouk, während auf den Aussenverteidigerinnenpositionen Janina und Sylwia für Domi und Charlie Platz machten. Wir konnten den frischen Elan auch tatsächlich nutzen, kämpften aber wie auch die Gegnerinnen mit dem noch recht holprigen Platz. Die Blues konnten das Spiel meist sicher kontrollieren, hatten in einzelnen Szenen aber auch Glück, so in der 58. Minute, als Sonia einen Ball an die Latte lenkte. Das anschliessende Durcheinander vor dem Tor konnte die Abwehr mit vereinten Kräften bereinigen. Auf der anderen Seite setzte Hannah 2x mit Distanzversuchen Akzente. Echte Chancen entstanden erst wieder in der Nachspielzeit, als Schwyz alles nach vorne warf und dadurch die Räume öffnen musste. Nach einer Ecke Chiaras traf Léa knapp neben das Gehäuse (90+2), und kurz darauf parierte Lorena Letis flachen Schuss aus kurzer Distanz zur Ecke. Am Ergebnis änderte sich nichts.
Der Erfolg könnte sich in der Endabrechnung als wichtig erweisen, denn die Blausterne waren in dieser Runde die einzigen, die einen Gegner aus der ersten Tabellenhälfte besiegen konnten. Der Abstand zum Strich beträgt so bereits 5 Punkte. Wie eng alles ist, zeigt auch der Umstand, dass gleich bei vier Spielen am Ende nur ein 1:0 auf der Anzeigetafel stand. Am nächsten Samstag folgt bereits die Fortsetzung in Sempach.
FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 - SC Schwyz 1:0 (1:0)
SR Thomas Hübner