Im Achtelfinal des Axa Women's Schweizer Cup unterlagen die Blausterne dem FC Basel mit 1:6. Der Klassenunterschied war zwar nicht zu übersehen. Das ändert aber nichts daran, dass die Blues über die ganze Distanz Nadelstiche zu setzen vermochten und damit zeigten, dass die jüngsten Erfolge in der Meisterschaft kein Zufall sind.
Der Wert des Schweizer Cups liegt bestimmt nicht im sportlichen Bereich, jedenfalls soweit Teams aus verschiedenen Ligen gegeneinander antreten. Gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann der Wettbewerb aber aus emotionaler Sicht, denn von den Juniorinnen bis zur ersten Mannschaft sind diese Spiele etwas ganz Besonderes und wirken sich schon deswegen auch auf den Schweizer Frauenfussball als Ganzes aus. Denn es sind letztlich diese Anlässe, welche gerade die Jüngsten zum Träumen und damit auch dazu bringen, ihr Talent in die Waagschale zu werfen. Ex-Blausterne wie die heutige Nationalspielerin Aurélie Csillag sind der Beweis dafür.
Um in solchen Spielen wirklich bestehen zu können, muss schon alles zusammenpassen, denn von der Technik über das Tempo bis zur Körperspannung sind die Unterschiede nicht zu übersehen. Ganz wichtig wäre es, die Null lange halten zu können, denn dann kann mit zunehmender Spieldauer bei den Favoritinnen jene Nervosität aufkommen, die eine Überraschung erst möglich macht. Beim Match gegen Basel war dieser Traum schon nach wenigen Minuten ausgeträumt. Das 0:1 war auch wirklich schön herausgespielt, denn Wiktoria Zieniewicz nutzte den ihr gewährten Raum am rechten Flügel zu einer scharfen Flanke, welche der im Zentrum vergessen gegangenen Antonia Baass schon in der 3. Minute die Führung für die Baslerinnen ermöglichte. Eine Zeitlang war durchaus auch eine Klatsche möglich, denn nach einer unglücklichen Abwehraktion in der 9. Minute und einem herrlichen Schlenzer von Alice Berti in der 19. Minute stand es nach kurzer Zeit schon 0:3. Damit verflog aber auch die Nervosität beim Heimteam und die Nadelstiche wurden besser. Zu den Abwehr-Higlights von Didi, Goalie Sonia Anja & Co. gesellten sich jetzt auch Unkonzentriertheiten der Gäste, welche diese teils nur mit Unsportlichkeiten wettzumachen vermochten. Bei einer nachlässigen Ballannahme von Lola Almert in der 21. Minute zeigte Anouk ihre Geistesgegenwart und spitzelte ihr den Ball weg. Bei der Mittellinie hatte sie nur noch die weit vor dem Tor platzierte Keeperin Selina Wölfle vor sich, so dass Lola Anouk zurückreissen musste, um sie stoppen zu können. Wenig nachvollziehbar war, weshalb der schlecht postierte Schiedsrichter dafür nur Gelb zeigte - nach Konsultation mit einem Assistenten. Klarer kann eine Torchance nicht sein, und dass Anouk solche Gelegenheiten auszunützen weiss, hat sie schon oft gezeigt. Immerhin brachte die Szene die Baslerinnen kurz aus dem Konzept, denn nur eine Minute später schaffte es auch die furchtlos spielende Liv, im Strafraum den Ball gegen Andela Krstic zu erobern. Auch Andela musste zu einem Foul greifen, um Livs Abschluss zu verhindern. Routinière Anja wurde ihrer Rolle als Leaderin gerecht und verwandelte den fälligen Penalty sicher zum 1:3 (23.). Dies war auch das Pausenresultat, welches sich ganz hübsch ausnahm auf der Anzeigetafel.
Auch in der zweiten Hälfte konnte man sich an gewonnenen Zweikämpfen freuen. Wirkliche Spannung kam aber nicht auf, denn Basel spielte seine Überlegenheit aus und nahm dem Heimteam schon in der 51. Minute mit dem 1:4 durch Evelyn Dominguez die (kleine) Hoffnung auf eine Wende. Das Schlussresultat von 1:6 entsprach dem Gezeigten durchaus. Vergleicht man das Resultat aber mit den Ergebnissen anderer Unterklassiger in dieser Cup-Saison, können die Blues mit ihrer Leistung sehr wohl zufrieden sein.
Wunderbar war auch die Atmosphäre: 454 Zuschauer hatten sich in diesen November-Nieselregen hinausgewagt und wurden nicht enttäuscht. Claudia machte die Platz-Speakerin und wäre eine Entdeckung für SRF. Sogar ein wunderschönes Matchprogramm lag auf und verlieh dem Spiel seine besondere Atmosphäre, zusammen mit den Juniorinnen, die beim Einlaufen dabei waren und als Ballmädchen halfen. Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben, dass der Verein sich von seiner besten Seite zeigen konnte. Basel-Captain Coumba Sow gebührt ein ganz besonderer Dank, denn sie nahm sich nach dem Spiel nicht nur Zeit für ein Foto mit unserem Team (Titelbild), sondern auch für Autogramme für unsere Juniorinnen.
Axa Women's Schweizer Cup, 1/8 Final
FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 - FC Basel 1893 1:6 (1:3)
SR: Astrit Memeti; Marco Matafora, Nikoll Kqira