Im vierten Meisterschaftsspiel verlor das Frauen 1 zum dritten Mal, mit 1:3 gegen Leader Gambarogno. Damit ist das Team nicht weiter als letzte Saison. Immerhin: Es gibt einen Silberstreifen am Horizont.
Gegen die Tabellenersten zu unterliegen, ist an sich keine Schande. Zu denken geben musste höchstens, dass fast die Hälfte unseres Riesenkaders sich eine Knabenschiessen-Auszeit gönnte und abwesend war. Die Mannschaft, die auf dem Platz stand, hatte immer noch ihre Qualitäten, aber dass es in dieser Zusammensetzung gegen die starken Tessinerinnen nicht reichen würde, konnte man anders als in den vorangegangenen Spielen leider schon früh sehen. Die vor Selbstvertrauen strotzenden Gäste setzten das Heimteam zu Beginn mächtig unter Druck und kamen in der 11. Minute zu einem Kopfball. Scilla Grossi setzte dem Ball an die Latte. In der 15. Minute pfiff die Schiedsrichterin ein Foul an der Strafraumgrenze gegen uns, übersah dabei aber ein klares und auch auf dem Video gut sichtbares Handspiel der Tessinerin bei der Ballannahme. Mittelfeldspielerin Nicoletta Prandi zielte nicht allzu genau, Sonia konnte den harten Schuss aber nur noch ins eigene Tor ablenken. Die Blues hatten durchaus ihre Chancen, so bei Claudias Freistoss, aus 25m, mit welchem die nicht immer sicher wirkende Schlussfrau Giulia Acar grosse Mühe bekundete (18.) oder bei Anouks Versuch aus spitzem Winkel in der 21. Minute.
Ein Dreifachwechsel zur Pause veränderte am Geschehen nichts Entscheidendes. Bei einem Konter in der 51. Minute konnten die Tessinerinnen gar auf 0:2 erhöhen: Die eingewechselte Isabella Osterwalder versenkte das gelungene Zuspiel in die Tiefe von Captain Clara Lucchini in die Spitze aus der Drehung wunderschön in der langen Ecke. Drei Minuten später musste Mara auf der Linie einen Weitschuss von Nicoletta Prandi auf der Linie abwehren. Kurz vor Schluss gelang auch Giorgia Pestoni ein Tor: Sonia konnte den ersten Schuss nur nach vorne parieren, und der Nachschuss sass. Für die Resultatkosmetik war in der 90. Minute Mia besorgt: Was als Flanke gedacht (und aus Sicht der Torhüterin eigentlich haltbar) war, kam wegen des Rückenwindes immer näher aufs Tor und ging beim zweiten Pfosten rein - Giulia war noch mit den Fingerspitzen dran.
Bei allem Frust über den verpfuschten Meisterschaftsstart darf man nicht vergessen, dass wir es bislang durchs Band mit Gegnerinnen aus den vorderen Tabellenregionen zu tun hatten. Dennoch bleibt das ungute Gefühl, dass Erfolge trotz spielerischer Überlegenheit auch gegen "leichtere" Mannschaften schwierig sein werden, solange wir die Chancenauswertung nicht deutlich verbessern. Immerhin, anders als in den vergangenen Saisons erarbeiten wir uns recht zahlreiche Möglichkeiten. Jetzt müssen sie nur noch verwertet werden.
FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 - AS Gambarogno 1:3 (0:1)
SR Désirée Kneubühl