Gegen den FC Staad zeigte das Frauen 1 eine gute Leistung. Leider konnte das Team die Feldüberlegenheit aber nicht in einen Sieg ummünzen und musste nach einem nicht gegebenen Penalty und dem Gegentor, welches das Produkt eines ungeahndeten Fouls war, am Ende froh sein, dass kurz vor Schluss wenigstens der Ausgleich gelang.
Schon beim Einlaufen war zu sehen, dass die Blausterne sich viel vorgenommen hatten. Sie begannen auch das Spiel druckvoll. Besonders positiv war, dass die Fehlerquote im Vergleich zu den vorausgegangenen Spielen deutlich tiefer war. Strafraumszenen blieben in der ersten Halbzeit Mangelware. Noch am gefährlichsten war ein Freistoss Morenikes in der 14. Minute, aber die gut vor das Tor gelaufene Ale kam knapp nicht an den Ball. Wenig verständlich war dann die Szene, bei der nach unserer Lesart Anja im gegnerischen Strafraum gefoult wurde. Der Pfiff des Schiedsrichters kam zwar, aber dieser hatte offenbar ein Foul Anjas gesehen (20.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel dann gar das 0:1. Auch hier hatten wir die Szene anders gesehen als der Unparteiische, denn vor dem Abschluss hatte Torschützin Selina Forster sich den Platz für ihren Weitschuss mit dem Ellenbogen verschafft. Aber gut, die Schiedsrichter sind auch nicht zu beneiden, niemand kann alles sehen und alle sehen es wie so oft recht unterschiedlich, gerade wenn Emotionen im Spiel sind.
Nach dem Wechsel erhöhten die Blues den Druck kontinuierlich und erarbeiteten sich jetzt für einmal recht zahlreiche Möglichkeiten. Kurz nach Wiederbeginn legte Sabi für Leti auf, die aber an Torhüterin Bettina Huber nicht vorbeikam. Wenig später konnte Sabi allein auf den Goalie ziehen. Kurz vor dem Abschluss konnten Bettina und Staad-Captain Enya Böhrer die Situation aber bereinigen (55.). Anjas Freistoss in der 59. Minute war für Bettina kein Problem. Kurz darauf hatten wir Glück, dass Anna Lanter von einem zu kurz geratenen Pass Joëlles nicht profitieren konnte. Praktisch im Gegenzug dann das nächste Drama: Leti erwischte Mores gute Flanke knapp nicht, der Ball kam aber zu Simi, die aus der zweiten Reihe abzog, aber leider ging das Ding neben den Kasten (67.). Als dann auch noch Ale Lindas perfekten Querpass im 16er nicht im Netz unterbringen konnte (74.), ahnte man schon Schlimmes. Aber dann legte Sabi nach einem schönen Pass in die Tiefe von Anja den ganzen Frust über den bisherigen Spielverlauf in ihren Abschluss und schlenzte den Ball aus schwierigem Winkel hoch in die weite Ecke zum 1:1 (84.). Zu mehr reichte es leider nicht, aber der Punkt ist weiss Gott besser als nichts.
Auch in der Tabelle sieht er gut aus, denn nach dem Sieg gegen Schlieren hatte Zürisee United vor dem Match zu uns aufgeschlossen, hatte allerdings auch zwei Spiele mehr ausgetragen. Nach dem Abpfiff lagen sie wieder einen Punkt hinter uns. Günstig sieht auch die Westschweizer Tabelle aus: Weil es der Amateur-Liga nach der sehr spät gemeldeten Fusion von Lausanne Nord und Lausanne Sport gefallen hat, die Gruppen unterschiedlich gross zu machen, wird am Ende der Saison ein Quotient-Vergleich zwischen den Drittletzten der Westgruppe und den Viertletzten der Ostgruppe durchgeführt. Da das zurzeit auf dem massgeblichen Platz liegende Avanchet erst sechs Punkte geholt hat, hätten wir momentan klar die Nase vorn. Was es aber unbedingt braucht, ist in der eigenen Gruppe über dem Strich zu bleiben, sonst ist am Ende alle Rechnerei für die Katz.
FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 - FC Staad 1:1 (0:1)
SR Onur Cihan