Das Frauen 1 bekam beim Leader FC Winterthur nie richtig Zugriff auf das Spiel und verlor klar mit 3:0. In den letzten beiden Spielen der Vorrunde geht es jetzt darum, die Ausgangslage für die Rückrunde zu verbessern.
Auch wenn der FC Winterthur als Leader unserer 1. Liga-Gruppe schon vor dem Spiel einen deutlichen Punktevorsprung hatte, erhofften sich die Blues beim Auswärtsspiel insgeheim einen Punktgewinn. Immerhin hatte man in Winterthur bislang noch nie verloren, und der Erfolg im Penaltyschiessen im Regionalcup in der Saison 2016/17 ist vielen Blausternen immer noch in schöner Erinnerung. Die Ausgangslage war allerdings nicht mehr die gleiche, denn der ambitionierte FCW konnte sich seit dem Unentschieden an gleicher Stelle vorletzten Herbst weiter verstärken und ist auf gutem Weg zum Aufstieg in die Nati B.
Dabei hätte der Unterschied so gross gar nicht sein müssen. Winterthur stand gewohnt hoch und entwickelte dadurch von Anfang an viel Druck. Nicht zu übersehen war aber, dass hinter den weit aufgerückten Spielerinnen Lücken darauf warteten, ausgenützt zu werden. Die Kultur des Aufbaus via Passspiel wäre auf dem Kunstrasen an sich auch das richtige Mittel gewesen, um das Ziel zu erreichen. Allerdings schlichen sich besonders in der ersten Halbzeit ungewohnt viele Zuspielfehler ein, welche die Gäste zwangen, immer wieder dem Ball hinterher zu rennen. Es war kein Wunder, fiel schon nach 15 Minuten die Führung für das Heimteam durch einen Distanzschuss von Michelle Hofmann, der zwar sehr hoch geriet, sich aber hinter Joëlle unter die Latte senkte. Die Stadtzürcherinnen kämpften zwar weiter, kamen aber die ganze erste Halbzeit nicht ein einziges Mal vor das Winterthurer Tor. Das 2:0, das Toja Rauch in der 39. Minute mit einem ebenfalls sehr hoch geratenen Kopfball auf eine Ecke hin erzielen konnte, gab den Spielverlauf daher durchaus richtig wieder.
Nach der Pause wurde es besser, aber wirklich in Gefahr vermochten die Blausterne den FCW nicht zu bringen. Jessy war zwar in der 51. Minute durchgebrochen und konnte allein auf Goalie Romina Furrer ziehen, aber die Winterthurer Schlussfrau blieb im Duell Siegerin. Auch kurz vor Schluss gab es noch einmal eine Doppelchance, aber am Ende rollte der Ball am langen Pfosten vorbei (85.). Zu diesem Zeitpunkt stand es aber bereits 3:0, denn in der 61. Minute hatte sich Brandy Breitenmoser bei einer weiteren Ecke durchgesetzt - wenn sie auch vorher Domi wohl regelwidrig aus dem Weg geräumt hatte. Dass der Erfolg des Heimteams aber auch noch höher hätte ausfallen können und diskussionslos verdient war, zeigt der Umstand, dass zu den Toren in der zweiten Hälfte auch noch ein Pfosten- und ein Lattenschuss kamen und dass Joëlle mit ihren Paraden - zwei davon glänzend - ihrem Team Schlimmeres ersparte.
Es finden jetzt noch die letzten beiden Vorrundenspiele statt. Dann wird die Tabelle zweigeteilt und für die Blues wird es wohl die Abstiegsrunde werden. Da die Punkte aus der Vorrunde mitgenommen werden, sieht es für die Blausterne momentan nicht allzu schlecht aus. Nächsten Sonntag muss zuhause gegen Altstetten aber ein Sieg her, damit das Zittern nicht wieder von vorne beginnt.
FC Winterthur - FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 3:0 (2:0)
SR David Meier