In einem packenden und bis zur letzten Minute spannenden Match unterlag der FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 gegen das Frauenteam Thun Berner Oberland knapp mit 1:2.
Cupspiele sind für die Blue Stars Frauen immer etwas ganz Besonderes. Nach dem Aufstieg des Fanion-Teams in die 1. Liga gehören die Erfolge im Regionalcup leider der Vergangenheit an. Sich im Schweizer Cup durchzusetzen, ist natürlich nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Gegen die Zweitplatzierten der NLB aus dem Berner Oberland rechneten wir uns im 1/16-Final aber immerhin Aussenseiterchancen aus. Voraussetzung dafür wäre gemäss Plan gewesen, die Zeit zu unserer Freundin zu machen und möglichst lange das 0:0 zu halten. Doch wie schon gegen Balerna (das heute mit einem 3:1-Erfolg gegen Walperswil aus der NLB erneut seine Klasse unter Beweis stellte) gelang uns das auch gegen die Bernerinnen nicht. Gerade mal sechs Minuten waren gespielt, als Nathalie Schenk nach einem Eckball ihr Team in Führung bringen konnte. Dieses Mal mussten wir aber nicht 90 Minuten lang einem Rückstand hinterher rennen. Den Grund dafür setzte Noëmi, die erneut eine grossartige Leistung ablieferte: Nur fünf Minuten nach dem 0:1 sah sie auf der rechten Seite bestimmt 35, 40 m vom Tor entfernt, dass Thun-Oberland-Goalie Janine Teuscher sehr weit vor ihrem Kasten stand. Noëmi zog ab und der Ball landete am Ende perfekt beim zweiten Pfosten im Netz (11.). Die Gäste hatten zwar die eine oder andere Chance zur erneuten Führung, aber je länger die erste Halbzeit dauerte, desto souveräner hielten die Blausterne das Resultat. Für offensive Akzente sorgte auch Jessy, die ihr erstes Spiel diese Saison absolvierte und bereits wieder demonstrierte, wie wichtig sie für unser Spiel ist. In der 45. Minute wurde Mara im Strafraum von den Beinen geholt - für Schiedsrichter Hasan Kayikcilar reichte das offenbar nicht für einen Penalty.
Da im Schweizer Cup nur drei Auswechslungen möglich sind, konnte Paede wenig gegen die schwindenden Kräfte in der zweiten Halbzeit tun. Der Druck der Gäste nahm kontinuierlich zu, aber es vergingen die 60. und auch die 65. Minute ohne weiteres Gegentor - es blieb erlaubt zu träumen. Dann führte die Müdigkeit zu einem Ballverlust in der eigenen Zone. Thuns Nr. 7 Andrea Michel liess sich nicht bitten und nutzte ihre freie Position zum 1:2 (67.). In der Schlussphase konnte das Heimteam kaum noch Druck nach vorne entwickeln. Dennoch wurde es kurz vor dem Schlusspfiff nochmals spannend bei einem Freistoss von der rechten Strafraumseite. Emina, die erneut grossartig gekämpft hatte, fehlte leider die Kraft, um den Ball wunschgemäss vors Tor zu bringen.
Mit der technischen, läuferischen und vor allem kämpferischen Leistung können wir ein weiteres Mal sehr zufrieden sein. Cup-Spiele gegen überklassige Gegnerinnen bergen immer die Gefahr eines Fiaskos, welches dann auch in der Meisterschaft noch in den Köpfen herumschwirrt. Dieses Spiel hier wird das Gegenteil bewirken: Die Spielerinnen können stolz sein auf ihren Auftritt, der ihnen für die kommenden Aufgaben Auftrieb geben wird.
Bericht: Roger Weber
Bilder: Blerina Krasniqi (FC Winterthur, danke vielmaaal!) / Roger Weber