Dank einer soliden und geschlossenen Teamleistung gelang dem Frauen 1 ein Punktgewinn zum Meisterschaftsauftakt. Nach einem Bilderbuchangriff über Chiara und Morenike brachte Shannon die Blues in der 11. Minute in Führung. Der Ausgleich in der zweiten Halbzeit tat der gelungenen Vorstellung keinen Abbruch.
Auftaktspiele haben zwar keinen grösseren Wert als der Rest der Meisterschaft, aber sie geben immer auch die Richtung vor. Nach dem Ende der Vorbereitung weiss man nie so recht, wo man steht. Da ist es ganz wichtig, dass man die Punkte einfach irgendwie holt, wie es einmal Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose gesagt hat. Ganz besonders gilt das, wenn der erste Gegner aufgrund der Leistungen der Vorjahre zu den Mitfavoriten zählt, wie das bei Oerlikon/Polizei der Fall ist. Die Gäste fielen von Beginn an vor allem durch die individuelle Klasse der einzelnen Spielerinnen auf. Bei uns konnte man die Fortschritte und die Erfahrung sehen, welche unsere jungen Spielerinnen in der abgebrochenen Saison gesammelt haben. Vor allem aber spielte hier ein Team, in welchem jede für jede lief und kämpfte. Oerlikon hatte gewiss mehr Spielanteile, wirklich zwingende Chancen erarbeitete sich das Gästeteam vorerst aber nicht. Dafür gelang dem Heimteam schon in der 11. Minute der Führungstreffer: Aussenverteidigerin Chiara hatte am rechten Flügel einen weiten Ball Morenike in den Lauf gespielt, diese setzte sich gegen Aussenverteidigerin Melanie Egli durch und flankte perfekt zur Mitte (s. unser Titelbild), wo Shannon mitgelaufen war und den Ball im Tor unterbringen konnte.
Die Führung bedeutete bei den zwischendurch noch immer drückenden Temperaturen einen Vorteil. Die Gäste kamen zwar zu zahlreichen Eckbällen, aber auch die Blues konnten bei Kontern Nadelstiche setzen. Die Führung zur Pause war deshalb verdient. Nach dem Wechsel konnte man sehen, dass bei uns noch nicht alle Spielerinnen gleich fit sind. Paede brachte bis zur 65. Minute mit Sabi, Domi und Mia frische Kräfte. Den Ausgleich in der 61. Minute konnte das nicht verhindern. Das Gegentor war eher unglücklich, denn der vorausgegangene Freistoss war nicht besonders scharf getreten, kam aber in die gefährliche Zone, wo wir ihn nicht wegbrachten. Sofia - wer sonst? - reagierte am schnellsten und konnte sich die Ecke aussuchen. Es blieb spannend. Nach einer gekonnten Aktion von Mia hatte Noëmi in der 67. Minute die erneute Führung auf dem Fuss, sah ihren Versuch aber zur Ecke geklärt. Auf der anderen Seite war Joëlles ganzes Können nach einem Durchbruch von OP-Captain Manu Vogel gefragt (72.). In der Schlussphase liessen bei uns die Kräfte nach, aber das Team hielt weiter zusammen und konnte sich nach 94 harten Minuten über den Punktgewinn freuen.
Einzelne Spielerinnen hervorzuheben, wäre falsch. Die Stärke des Teams liegt in der sehr soliden defensiven Leistung in allen Linien. Umgekehrt fallen die äusserst talentierten Spielerinnen der Abwehrkette immer wieder durch die offensiven Impulse auf, welche sie unserem Spiel verleihen. Und über allem steht: Endlich ist wieder Fussball. Hoffentlich hat es der Hinterste und die Letzte im Land nun begriffen, dass es nicht zu einem weiteren Saisonabbruch kommen darf.